Weihnachten 2016

 

Es war einmal ein kleiner Baumwoll-
faden, der hatte Angst, dass es nicht ausreicht, so, wie er war:
„Für ein Schiffstau bin ich viel zu schwach“ sagte er sich, und für einen Pullover zu kurz. An andere anzuknüpfen, habe ich zu viele Hemmungen.  Für eine Stickerei eigne ich mich auch nicht, dazu bin ich zu blass und farblos. Ja wenn ich aus Lurex wäre, dann könnte ich eine Stola verzieren oder ein Kleid. Aber so? Es reicht nicht! Was kann ich schon? Niemand braucht mich. Niemand mag mich – und ich mich selbst am wenigsten. So sprach der kleine Baumwollfaden, legte Musik auf und fühlte sich ganz niedergeschlagen in seinem Selbstmitleid. 

Währenddessen läuft draußen in der kalten Nacht ein Klümpchen Wachs in der beängstigenden Dunkelheit verzweifelt umher.
„Für eine dicke Weihnachtskerze bin ich viel zu klein“ jammert es „und wärmen kann ich kleines Ding alleine auch niemand. Um Schmuck für eine Kerze zu sein, bin ich zu langweilig. Ach was soll ich denn nur tun, so alleine in der Dunkelheit?“

 

Da kommt das kleine Klümpchen Wachs am Häuschen des Baumwollfadens vorbei! Und da es so sehr fror, klopfte es schüchtern an die Türe.
Als es den traurigen kleinen Baumwollfaden sah, kam ihm ein wundervoller Gedanke. Eifrig sagte das Wachs „Lass dich doch nicht so hängen, du Baumwollfaden. Ich hab da so eine Idee. Wir beiden tun uns zusammen. Für eine große Weihnachtskerze bist du zwar als Docht zu kurz und ich hab dafür nicht genug Wachs, aber für ein Teelicht reicht es allemal. Es ist doch besser, ein kleines Licht anzuzünden, als immer nur über die Dunkelheit zu jammern!“

Ein kleines Lächeln huschte über das Gesicht des Baumwollfadens und er wurde plötzlich ganz glücklich. Er tat sich mit dem Klümpchen Wachs zusammen und sagte: „Nun hat mein Dasein doch seinen Sinn!“

Von ganzem Herzen wünschen ich Ihnen, auch im Namen des Seelsorgerteams der
Pfarreiengemeinschaft Ochtendung - Kobern, eine besinnliche Adventszeit!
Ihr  Holger Mack  Vorsitzender des Pfarreienrates

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